Am 13. November berichtete die Bernzer Zeitung BZ über die angesichts des Fleischskandals bei Coop angeheizte Diskussion über die Verschwendung von Lebensmitteln. Demzufolge landet auch bei uns rund ein Drittel aller Lebensmittel im Abfall. Und das ist wirklich Abfall, Reste von Lebensmitteln dürfen nicht mehr wie früher an Hoftiere verfüttert werden. Schätzungen der UNO-Welternährungsorganisation sprechen von jährlichen 250’000 Tonnen Nahrungsmitteln – allein in der Schweiz! Coop sagt offenbar offiziell, dass »jährlich zwischen 3 und 6 Prozent aller Lebensmittel« im Abfall landen. Dies obschon eine erste Selektion bereits beim Hersteller stattfindet, weil die Grossverteiler klare Vorstellungen haben, welche Farbe ein Lebensmittel haben soll und wie gross resp. schwer es sein muss.
Den Bock hat just zu diesem Zeitpunkt der Mondo-Verlag zusammen mit Nestlé abgeschossesn. Die neueste Mondo-Infoschrift Nr. 11-2011 enthielt einen Musterbeutel Nescafé Latte Macchiato zu 18 Gramm. Wer nicht aufpasst oder gerade keine Lust hat, dieses Heft anzuschauen und es ins Altpapier gibt, unterstützt womöglich unwissentlich eine Riesenschweinerei. Nicht genug, dass weder dieser Kunststoff noch das Pulver im Altpapier willkommen sind, geht es auch um die Vernichtung von Lebensmitteln. Machen wir doch eine kleine Rechnung. Es sind leider keine Zahlen bekannt, doch geht man von einer vergleichsweise bescheidenen Auflage von 10’000 Exemplaren aus, werden 180 kg Pulver (18 g pro Beutel) in der Gegend herum geschickt. Gemäss Packungsaufschrift enthält das Pulver unter anderem 27.9 Prozent Magermilchpulver (Pflanzenöl und Zucker dürften im ähnlichen Verhältnis vorhanden sein, allerdings sind keine Zahlen bekannt) und 9.4 Prozent löslicher Kaffee. Das sind allein bei diesem Versand von Mondo Summa Summarum 50 kg Magermilchpulver, 17 kg löslicher Kaffee und (sagen wir?) 40 kg Zucker sowie Pflanzenöl und natürlich weitere Inhaltsstoffe. All das wird wohl aus nur diesem einen Versand meist im Abfall (hoffentlich nicht zu oft im Altpapier) enden. Allerdings muss man der Faurness halber sagen, das Mondo-Magazin wird ‘abonniert’ und adressiert verschickt, so dass es vermutlich nicht im selben Verhältnis wie ein Flugblatt im Abfall landet. Wer es nicht mehr lesen möchte, kann hier mit der Löschung der Adresse auch aktiv etwas zur Verbesserung beitragen.
Das Pulver wird übrigens für Nestlé in England hergestellt. Dies dürfte auf einen internationelen Markt hinfweisen. Wieviele Tonnen Lebensmittel wohl alleine Nestlé für den Abfall herstellt?
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